7 Schritte zu mehr Minimalismus im Alltag

Minimalismus, was ist das eigentlich, außer das neue Modewort in der Blogger Community? Für mich ist es nicht nur ein Wort, sondern eine Lebenseinstellung. Zugegeben, ich bin keiner von den „harten“ Fällen, die ein Nomadenleben führen und das Hab und Gut in eine Tasche packen wollen. Doch ich würde sagen, ich strebe jeden Tag mehr nach einem minimalistischeren und sinnvolleren Leben.

Minimalismus bedeutet für mich Loslassen. Loslassen von alten Dingen, schlechten Gewohnheiten, unliebsamen Routinen und das Hereinlassen von mehr Freiheitsgefühl und Eigenverwantwortung. Es ist Bewusstsein schaffen für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind. Das ist sicherlich eine Lebensaufgabe, die Dinge herauszufiltern, die einem wirklich wichtig sind. Doch was wäre das Leben ohne Herausforderungen?

Minimalismus ist für mich auch weniger und bewusster konsumieren. Mein Experiment für ein Jahr keine Klamotten und sonstige Kleidungsstücke mehr zu kaufen, könnt ihr hier nachlesen. Der minimalistische Ansatz war für mich zunächst eher das Mittel zum Zweck, als ich mein Experiment startete. Ich wollte Geld sparen und auf die, wie ich definiert hatte, weniger wichtigen Dinge wie Kleidung zu verzichten, dafür mehr Geld zu haben für die Dinge die mir wichtig sind, wie Reisen.

Angefangen hat demnachalles aus einem pragmatischen Ansatz heraus, nämlich Geld zu sparen. Rückwirkend betrachtet, waren es meine ersten Schritte zu mehr Konsumbewusstsein. Daher möchte ich in diesem Beitrag mit Euch meine Erfahrungen teilen, wie ich meinen Zugang zu einem minimalistischeren und bewussteren Alltag gefunden habe.

In diesem Beitrag verrate ich Euch 7 einfache Schritte um den Alltag minimalistischer zu leben.

Schritt 1: Weniger einkaufen

Auf die hunderste Bluse, das zwanzigste Kleid und die zehnten schwarzen Pumps verzichten, dafür das was man schon hat besser in Szene setzen und pflegen, reparieren oder tauschen. 😉 Es gibt viele Möglichkeiten hier seinen Konsum zu „optimieren“ bzw. etwas zu bremsen. Mehr Ideen und Anregungen findet Ihr in meinem Post: Ein „shoppingfreies“ Jahr: mein Erfahrungsbericht.

Schritt 2: Kaffeekonsum „optimieren“

Kaffee ist das Lieblingsgetränk vieler Nationen. Es ist jedoch auch das Getränk, dass wir in Massen konsumieren ohne darüber nachzudenken. Ich als bekennender Kaffee-Junkie, habe zunächst auf die teuren „Kapseln“ verzichtet, die unnötig viel Müll produzieren und der Kilo Kaffee aufgerechnet so viel kostet, dass ich die genaue Zahl verdrängt habe. Was ich gemacht habe? Auf den guten, alten „old-school“ Filterkaffee gesetzt und zur Abwechslung einen trendy Italo-Coffee Maker besorgt, der sogar ganz ohne Filter auskommt! Kaffee trinken mit Stil für weniger Geld und der Umwelt zuliebe.

Schritt 3: Carsharing

Klingt total abgedroschen, ich weiß. Jedoch bin ich überzeugt, dass es noch immer genügend Haushalte gibt, die nicht unbedingt ein Auto pro Haushaltsmitglied benötigen. (Hier sollen sich bitte nicht alle angesprochen fühlen, denn die können gleich zu Schritt 4 übergehen.) In meinem Fall war es jedoch so, dass ich einen Job in der Innenstadt bekommen hatte und mein brandneues Auto nicht mehr für den Weg ins Büro verwenden konnte. Nachdem meine Mutter ihr Auto verkauft hatte, machten wir einen auf Carsharing. Es funktioniert seit circa 5 Jahren, sicherlich auch weil meine Mutter gleich „um die Ecke wohnt“. Sie fährt das Auto unter der Woche und ich am Wochenende. Dafür habe ich mir einen kleinen Motorroller inklusive Topcase 😉 gekauft, mit dem ich super easy einkaufen fahren kann, wenn auch in Österreich nur saisonbedingt. Das Konzept tut sowohl der Umwelt, als auch unserer Geldbörse gut. Das Auto selbst ist schon fast 10 Jahre alt, und wenn wir es weiterhin gut in Schuss halten, dann wird es uns vielleicht noch einige Jahre begleiten.

Schritt 4: Ausgaben im Blick behalten

Ein Haushaltsbuch ist möglicherweise nicht sehr „sexy“, jedoch hilft es ungemein zu sehen, wie viel wir eigentlich so ausgeben für viele verschiedene Dinge. Ich wage zu behaupten für Dinge, die wir meist gar nicht brauchen. Es gibt dafür auch unzählige Apps, die man dafür verwenden kann und nach einer Zeit bekommt man wirklich einen guten Überblick. Bei mir kam der große „aha“ Effekt bei den Ausgaben für Gewand, Schuhe & Co. Alles was ich oft so nebenbei gekauft hatte, oder mal Zwischendurch, waren im Endeffekt gar nicht mal so wenig. Nachdem ich diese Beträge summiert hatte und noch immer das Gefühl hatte, ich hätte nichts anzuziehen … da wurde mir bewusst, dass hier wohl der Wurm drinnen ist. Daher wirklich einmal konsequent Buch führen. Ich bin sicher viele werden das eine oder andere „aha“ Erlebnis haben und dann ganz genau wissen, wo man den Rotstift ansetzen kann.

Schritt 5: Ebooks und Epapers statt Hardcopies

Ich war lange Zeit kein Ebook Fan, absolut nicht. Ein schön gebundenes Buch in der Hand zu haben und dort genüsslich zu blättern war viel interessanter als diese verblassten Buchstaben auf den elektronischen Schirmen zu entziffern. Doch, mittlerweile habe ich meine Meinung geändert. Viele gekaufte Bücher landen nach einem einmaligen „tête-á-tête“ im Bücherregal und verstauben in der Regel. Klar, man könnte das Buch zu Hause haben, es sieht vielleicht schön aus oder man wirkt belesener bei seinen Gästen … doch ich bin der Meinung es verstaubt.

Ich kaufe seit einiger Zeit keine Hardcopy Bücher bzw. gebundenen Ausgaben oder Taschenbücher mehr. Die einzige Ausnahme sind Nachschlagewerke, Lexika, Wörterbucher oder Lernbücher, wo man vielleicht etwas notieren oder hineinschreiben möchte. Romane, Krimis oder sonstiges, die ich sicher nur einmal lesen werde, landen auf meinem Tablet.

Schritt 6: Ausmisten, jeden zweiten Tag!

Ihr denkt Euch jetzt bestimmt, was meint sie mit „jeden zweiten Tag“. Das war ein Scherz, ich meinte jeden Tag. 😉 Doch nicht jeden Tag den ganzen Kleiderschrank ausmisten, sondern jeden Tag irgendeine Kleinigkeit. Hier ein paar Beispiele: unnötige Abbonnements auf sozialen Netzwerken, E-mails und postalischen Sendungen abbestellen. Den alten Make-up Pinsel im Bad endlich entsorgen. Die Magazine, die sich unter dem Esszimmertisch stapeln, aussortieren. Das hübsche Paar Schuhe, woran man so sehr hängt, aber nie wieder anziehen wird weil man es eine Größe zu groß gekauft hat und die Einlagen nicht helfen, doch endlich einer Freundin schenken. Sie hat Freude damit und man hat einen Balast weniger. Man könnte natürlich warten bis die Füße wachsen, doch nach 30 Jahren sollte es nicht mehr sein. Ich denke es gibt 1000 Dinge, die man tun kann. Es ist nur wichtig, in ganz kleinen Schritten anzufangen und sich nicht zu überfordern. Niemand trennt sich gerne (das gilt für Beziehungen als auch für materielle Dinge). Daher, kleine Schritte: oder könnt Ihr Euch an Eure letzte wirklich große Ausmistaktion erinnern? Ich nicht.

Schritt 7: Die Dinge reparieren (lassen) und länger gebrauchen

Was für Klamotten gilt, gilt auch allgemein. Man muss nicht immer gleich alles wegschmeißen, man kann es auch reparieren oder nochmal kleben, reinigen, was auch immer. Statt einen neuen Computer zu kaufen, vielleicht einmal wieder neu aufsetzen und mehr Geduld haben, wenn der beim Hochfahren länger braucht. Es muss nicht alles niegelnagelneu sein, es ist auch schön Dinge länger zu haben. Wichtig ist hier auch beim Kauf auf Qualität zu achten. Ein T-shirt, dass 3 Euro kostet und die Schuhe um 20 können, wenn man kurz darüber nachdenkt, nicht allzu qualitativ sein. Doch gibt es natürlich auch das andere Extrem, denn nicht überall wo ein kleines Tier darauf gestickt ist, bedeutet es gleich bessere Qualität. Daher bewusst kaufen! Ich denke es ist nachhaltiger, man schätzt die gekauften Dinge dann auch viel mehr UND dieses neue Bewusstsein macht mich deutlich glücklicher.

Das waren meine Tipps für mehr Minimalismus im Alltag. Es sind keine mega ausgefallenen Tips, daher sehr easy in der Umsetzung.

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8 Responses
  • Fotohabitate
    Mai 15, 2016

    Genau so habe ich es auch gemacht, bis auf die E-Books. Ich liebe einfach große Fotobücher und dazu einen Filterkaffee 😉 im Bett!

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