7 Gründe alleine auf Reisen zu gehen

Reisen ist auch immer eine Art Horizonterweiterung. Man lernt nicht nur interessante Menschen und schöne Orte kennen, sondern auch neue Dinge und Sichtweisen. Wenn man noch dazu alleine unterwegs ist, dann potenziert sich der Lerneffekt nochmal um ein Vielfaches. In meinem heutigen Beitrag will ich Euch zeigen, welche Dinge ich gelernt und für mich mitgenommen habe auf meiner Soloreise letztes Jahr. In diesem Beitrag schreibe ich über 7 gute Gründe warum ich finde, dass Soloreisen das beste Mittel sind um über sich und seinen eigenen Horizont zu wachsen.

7-gute-gruende-alleine-zu-verreisen-2

Australien und Neuseeland sind perfekt, vor allem für Frauen, um auf sich gestellt das Land zu bereisen. Die Infrastruktur für Backpacker und Invidualreisende ist hervorragend, die Gegenden sind sicher und man trifft ganz viele Gleichgesinnte! Was ich dort gelernt habe, hier im Überblick:

Nr 1. Man lernt, alleine und auf sich gestellt zu sein

Auf einer Soloreise lernt man schon eine Menge dazu, vor allem was betrifft wirklich alleine zu sein und dann auch noch etwas mit sich anzufangen. Nicht im gewohnten Umfeld, bei den gewohnten Menschen in einem fremden Land, einer fremden Stadt, einem Hostel oder einer fremden Wohnung zu sein, kann einen frischgebackenen Solotraveller schon überfordern.

Man muss sich auf die Situation einstellen lernen und dann beginnen seinen „Alltag“ zu konstruieren.

Ein Ausflug da, eine Yogastunde dort und ein Sightseeingspaziergang hier. Im Hostel zu sein und nicht gleich den Menschen zu finden, mit dem man einen Nachmittag verbringen kann und dann eben alleine loszuziehen, das ist die Herausforderung. Es ist aber auch ein wunderbarer Lernprozess! Diese erste Lesson, war sicherlich meine „biggest lesson learned“ und auch jene, auf die ich am meisten stolz bin. Nach zwei Monaten kann ich sagen: „ja, ich habe eine Menge über mich gelernt und würde jederzeit wieder alleine verreisen“!

Nr 2. Man trainiert neue Fähigkeiten

So eine Soloreise ist immer auch eine tolle Gelegenheit neue Skills zu lernen. Im Fall von Australien, liegt es auf der Hand, dass man sich da zumindest einmal auf so ein Surfbrett stellt. Man glaubt ja gar nicht, wie groß so ein Anfängerteil ist, denn im Fernsehen sehen die Boards so cool und schnittig aus, ja die Profis eben. Surfen ist wirklich cool, doch mega schwer! Einmalig war auch der Ausflug nach Fraser Island mit einem 4WD. Das erste Mal Links gefahren, und das auch noch auf der größten Sandinsel der Welt.

Es sind dann auch so viele kleine Dinge, wie zum Beispiel „wie schält man richtig eine Mango“, oder „wie packt man seinen Rucksack richtig, um am nächsten Tag seine 7 Sachen zu finden“. Auch gut war „wie bleibt man ruhig, wenn man gerade irgendwo um Mitternacht gelandet ist und ein Taxi braucht, aber darauf kommt,dass man kein passendes Bargeld hat und die Kreditkarten nicht funktionieren.“ Die Liste ist irre lang und sie ist es deshalb, weil man viele erlernte Dinge im eigenen Alltag nicht braucht. Doch auf Reisen ist man nicht in der gewohnten Umgebung, man muss sich auf neue Situationen einstellen und Probleme lösen lernen. Alleine! Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, doch gehen wir einmal zum nächsten Punkt über. 😉

 

Nr 3. Man wird offener und geht leichter auf Menschen zu

Prinzipiell bin ich ein offener und kommunikativer Mensch und tue mich nicht allzu schwer auf Andere zuzugehen. Doch im Fall von Soloreisen und in einem Hostel schlafen, wurde auch ich auf die Probe gestellt. Natürlich könnte man sich ein Einzelzimmer nehmen, doch ganz natürlich stellt sich der Wunsch ein nicht dauernd alleine zu sein und andere Menschen kennenzulernen. Ich stelle mir vor, für jene Menschen, die sich mit neuen Bekanntschaften schwer tun, ist es DIE Herausforderung. Doch wo eine Herausforderung ist, ist auch eine Chance zu wachsen und offener zu werden. Ich habe definitiv auch dazu gelernt. Das schöne am alleine reisen ist, man lernt so viele liebe Menschen kennen und andere Mentalitäten und Kulturen schätzen. Jede einzelne Bekanntschaft war etwas Besonderes und einige dieser, hoffe ich einmal in Zukunft irgendwo auf der Welt wiederzutreffen.

 

Nr 4. Man lernt mit weniger glücklich zu sein

Ganze zwei Monate mit dem Backpack unterwegs. Das ist eine absolut coole Erfahrung, die Einen einfach lehrt, wie wenig wir Menschen eigentlich brauchen und wie viel wir glauben zu benötigen. In so einen Backpack packt man in der Regel nur die nötigsten Dinge ein, und sogar viele davon sind schon überflüssig. Je mehr man einpackt, desto mehr muss man sich abschleppen. Daher bremst man sich irgendwann automatisch mit den Souvenireinkäufen ein, weil man einfach das Teil auf dem Rücken nicht mehr schleppen kann. Ich bin kein „Hardcore-Minimalist“ durch diese Erfahrung geworden, doch hat es mir sehr viel gebracht um heute zurück im Alltag minimalistischer zu leben.

Ich habe einfach verstanden, dass dieser unnötige Konsum außer Stress und Arbeit nichts bringt. Ich würde auch sagen, es war eine der wertvollsten Erfahrungen auf Reisen, die man machen kann. Diese Erfahrung kann man natürlich auch gemeinsam machen, schon klar. Ich schreibe sie deshalb, weil es für mich das erste Mal war, mit einem Backpack unterwegs zu sein und weil ich der Meinung bin, dass man es einmal ausprobieren sollte.

Nr 5. Man springt über seinen Schatten

Über den eigenen Schatten springen, das ist eine Soloreise ganz bestimmt. Denn der Weg dorthin, war wirklich schwer für mich. Ich war unsicher, hatte Angst und Panik, vor allem kurz vor der Abreise. Ich hatte mich so gut es ging vorbereitet, mental, doch es war jedenfalls eine große Überwindung. Was, wenn etwas passieren würde? Was, wenn ich verloren ginge? Was, wenn ich krank werden würde? Die Liste war sooo lang. Doch ich sage Euch was: nichts von all‘ dem ist passiert. Es gab schon unagenehme Situationen, doch sie waren nicht lebensbedrohlich und letztendlich habe ich für alles eine Lösung gefunden. Im Nachhinein betrachtet, gaben mir diese Erfahrungen enorm viel Selbstvertrauen.

Ich wusste nach einer Zeit, ich würde alles lösen können, ich müsste nur ruhig bleiben und auf mich selbst vertrauen.

 

Nr 6. Man ist nicht abgelenkt von Anderen

Wenn man reist, dann lernt man viel über fremde Länder und Kulturen. Und, wenn man alleine reist, dann ist man weniger abgelenkt von Anderen und kann sich voll und ganz auf diese neuen Erfahrungen einlassen. Was mich besonders fasziniert hat während meiner Zeit in Übersee, waren die Besonderheiten der dortigen englischen Sprache. Denn wisst ihr eigentlich was „no worries“ und „sweet as“ bedeuten?

Es sind eigentlich nur so Füllwörter, die Australier und Kiwis verwenden. In Australien antwortet jeder Zweite egal auf welche Frage mit „no worries“. In Neuseeland hört man gleich mal, wenn irgendwas „sweet as“, also lässig ist. Nach näherer Betrachtung sind es ist nicht einfach nur Wörter, sondern Lebenseinstellungen, die diese Menschen dort haben. Das ist es was man in keinem Buch nachlesen, in keinem Film so erfassen kann, wenn man nicht dort und zusammen mit diesen Menschen gewesen ist. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich lieber individuell reise, um nicht dauernd unter den gewohnten Reisegruppen „aus der Heimat“ zu sein, sondern so viele andersartige Eindrücke zu gewinnen wie nur möglich.

 

Nr 7. Man lernt sich selbst kennen

Wisst ihr eigentlich, dass ohne meiner Reise letztes Jahr ihr diesen Text wahrscheinlich gar nicht lesen würdet? Manche denken sich vielleicht, dass es besser gewesen wäre, doch andere sind vielleicht froh über diese Zeilen. 😉 Doch tatsächlich, meinen ersten Blog hatte ich für diese spezielle Reise gegründet und meine Liebe zum Schreiben und der Fotografie, habe ich eben dort (wieder)entdeckt.

Man lernt so viel über sich selbst, denn man verbringt auf einer Soloreise auch sehr viel Zeit mit sich selbst. Man bestimmt zu jeder Zeit, ob man unter Gesellschaft oder alleine sein will. Manchmal ist man auch gezwungen alleine zu sein. Dann hört man sie, die inneren Stimmen. Nein, nein – man ist nicht verrückt geworden. Ganz im Gegenteil. Man hört endlich hin und tritt in eine Art „inneren Dialog“, gewinnt dadurch die eine oder andere Erkenntnis. Ich für meinen Teil, habe in dieser Zeit sehr viele Erkenntnisse über mich gewonnen. Vieles worüber ich hier nicht schreibe, weil es zu persönlich ist. Und Anderes, das ich gerne teile, weil es euch vielleicht inspiriert.

blick-in-die-tiefe-far-de-mola

Über den eigenen Schatten springen, ja das muss man bei einer Soloreise ganz bestimmt. Doch traut euch, ihr werdet es nicht bereuen!

Schlussendlich mein Resume der Reise: alleine reisen ist wunderbar! Immer wenn ich daran denke, fällt mir dieser eine Satz ein, den ich vor meiner Abreise in einem Buch gelesen habe: „Alleine sein, bedeutet in Wahrheit mit allem eins sein.“ In diesem Sinne, viel Spaß beim Soloreisen!

Wenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, dann könnte Euch auch dieser Artikel interessieren: Als Frau alleine auf Reisen: mein Erfahrungsbericht. Auch empfehlenswert ist zu diesem Thema der Blog Be my Travel Muse von Kristin. In diesem Blog gibt die Autorin und „Solo-Female-Travel-Expertin“ sehr viele Tipps in Sachen alleine reisen und vor allem Tipps für Frauen.

Seid ihr schon einmal alleine verreist? Was hindert Euch daran diese wundervolle Erfahrung zu machen? Hinterlasst doch einen Kommentar und abboniert mich auf Facebook oder Instagram.

Viele Grüße, Margarita

EMAIL
Facebook
Facebook
Google+
http://margute.com/2016/03/26/7-gruende-alleine-auf-reisen-zu-gehen/
Twitter
SHARE
Pinterest
LinkedIn
Instagram
3 Responses

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

scriptsell.neteDataStyle - Best Wordpress Services