Vietnam: Leben am Fluss im Mekong Delta

Nach unserer Rundreise durch Kambodscha, machten wir uns auf den Süden Vietnams zu erkunden. Dieses Mal verzichteten wir auf wilde Busfahrten und Inlandsflüge, denn dieses Mal wollten wir das Land per Fluss erkunden. Ein wundervolles Highlight für die letzte Etappe unserer faszinierenden Reise durch Indochina.

Indochina, die Region des heutigen Laos, Vietnams und Kambodschas, ist geprägt vom französischen Flair, den die Kolonialzeit hinterlassen hat. Sei es das knusprige Croissant oder Baguette, die französische Musik und Sprache oder die Gebäude im Kolonialstil. Es ist eine unglaublich interessante und faszinierende Mischung: das exotische Asiatische und des elegante Französische.

Von Pnom Penh nach Chau Doc

Nach zwei Nächten im schönen Pnom Penh, fuhren wir früh am Morgen mit dem Tuk-Tuk an den Hafen. Von dort aus sollte uns ein Speedboot nach Chau Doc, einer vietnamesischen Stadt an der Grenze zu Kambodscha, bringen. Nach einer Stunde Wartezeit gingen wir zur Stelle, wo das Boot gerade anlegte, es war von Siem Reap gekommen und sollte seine Fahrt Richtung Chau Doc fortsetzen. Nachdem alle Passagie ausgestiegen waren, machten wir uns schon bereit für den Countdown um den besten Sitzplatz zu ergattern. Doch als sich der Touristen-Ameisenhaufen aufgelöst hatte, standen wir mit unseren riesigen Rucksäcken und den Bootsführern ganz alleine da.

So kam es auch, dass wir zu viert, die beiden Bootsführer und wir, uns alleine auf den Weg nach Vietnam machten. Solch eine „private“ Bootsfahrt hatten wir nicht erwartet und auch die Bootsführer hatten sichtlich Ihren Spaß, geschweige denn die Grenzbeamten. Die waren ganz verwundert, als statt der gewohnten Reisegruppe plötzlich nur zwei Passagiere ausstiegen.  Das war schon ein cooler Reisemoment, den wir so nicht besser planen hätten können.

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Private Überfahrt von Kambodscha nach Vietnam: 2 Passagiere und 2 Bootsführer an Board

Mekong: Leben am Fluss

Die Überfahrt nach Chau Doc in Vietnam dauerte etwa fünf Stunden und war wirklich entspannt. Die Region, die auch als „Reisschüssel“ Südostasiens genannt wird, da hier ein Großteil der Reisproduktion angebaut wird, ist so ursprünglich und faszinierend zugleich. Während uns der Fluss immer näher an unser Ziel brachte, konnten wir immer mehr in Welt des Mekongs eintauchen.

Wir konnten sehen wie ein Mann, nachdem er wohl seine Arbeit für den Tag verrichtet hatte, nach Hause kehrte, während seine Frau schon mit den Kindern am Flussufer auf ihn wartete. Oder die Kinder, die am Flussufer Fußball spielten oder die vielen Boote beastaunen, die mit einem „Gesicht“ bemalt waren. Später erfuhren wir, dass diese Bemalung lange Tradition hat: es sollte die Fischer spirituell beschützen, und die wilden Tiere im Fluss vom Boot fernhalten.

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Je näher wir Chau Doc kamen, umso mehr tauchten wir in die Welt des Mekongs ein

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Fischerboote am Mekong mit der typischen „Gesichtsbemalung“

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Später erfuhren wir, was es damit auf sich hatte: das bemalte Gesicht sollte zum Einen die Fischer spirituell schützen, als zum Anderen (in vergangenen Tagen) die wilden Tiere im Fluss abschrecken

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In der Ferne sahe wir den Fischer, wie er gerade nach Hause kam, während Frau und Kind schon auf ihn warteten

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Das Licht der Abendsonne tauchte den Fluss in ein Potpourri voller Farben, aus welchem man am Schatten die umgebende Landschaft erkennen und im Abendlicht die Fischerboote bei ihren letzten Touren beobachten konnte. Letztendlich war es nicht „nur“ eine Bootsfahrt, sondern viel mehr ein Augenblick in einer anderen Welt. In einer Welt, wo Menschen auf eine Art und Weise leben, die uns völlig fremd ist. Eine Welt, die trotz 21.Jahrhunderts noch immer so ist, wie wir sie uns vorgestellt hatten in ferner Vergangenheit. Und doch ist es eine ganz reale Welt, mit realen Menschen und realem Leben.

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Im Licht der Abendsonne

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Früh Abends angekommen in Vietnam, Chau Doc, von wo wir unsere weitere Reise in das Herz vom Mekong Delta fortsetzen würden

Und da war er wieder, dieser Moment, warum reisen so unglaublich fabelhaft ist. Eine Welt, wo wir reisen nicht nur um irgendwo anzukommen, sondern um zu sehen, zu erleben und über unseren Horizont hinaus zu wachsen. Wenn ihr wollt, dann nehme ich Euch auch nächstes Mal wieder mit zu den Orten und Menschen, die mich besonders berühren.

Seid ihr neugierig geworden auf Indochina? Hier könnt ihr weitere Tips rund um Reisen in Kambodscha und Vietnam nachlesen.

Reisen ist teuer? Dann könnte dieser Beitrag über günstiges Reisen in Südostasien von Interesse sein.

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