Minimalismus im Alltag: glücklich mit weniger Arbeit und Konsum

Wir leben im Überfluss und müssen Tag täglich dafür arbeiten! Dass Stress oft durch Arbeit entsteht und Arbeit durch Konsum, ist uns nicht immer bewusst. Was wäre wenn wir wir gar nicht so viel arbeiten müssten, wenn wir nur das „Notwenigste“ konsumieren würden? Was wenn ein Großteil unseres Alltagsstresses auf einmal nicht mehr da wäre? Schritt für Schritt mehr Minimalismus im Alltag leben, sowohl im Job und im eigenen Konsumverhalten, ist in der Theorie nicht schwer und doch ist es für uns nicht einfach. Ich beschäftige mich schon seit längerem mit genau diesen Themen. Was ich erkannt habe und wie ich Minimalismus im Alltag lebe, in diesem Beitrag.  

Bevor ihr weiterlest, möchte ich Eines gesagt haben. Mir ist bewusst, dass dieser Artikel nicht bei allen Lesern gleichermaßen Anklang finden wird. Vor kurzem habe ich gelesen, dass „richtiger Minimalismus Etwas für gutverdienende Singles ohne Kinder“ ist. Dem stimme ich größtenteils zu. Es ist schon eine Art Luxusproblem, sich über diese Dinge Gedanken zu machen. Doch ich bin auch überzeugt, es gibt Menschen, die sich in einer ähnlichen (gedanklichen) Situation befinden. Genau für diese Menschen ist der nachfolgende Artikel gedacht.

Minimalismus im Arbeitsleben

Die Arbeit nimmt solch einen großen Teil unseres „wachen“ Lebens ein. Unsere produktivste Zeit verbringen wir damit zu arbeiten. Arbeit ist leider oftmals mit Stress verbunden: Stress mit dem Chef, den Kollegen und der Bürokratie, sowie Leistungsdruck der uns auferlegt wird und den wir uns selbst auferlegen. Mehr Leichtigkeit in den beruflichen Arbeitsalltag zu bringen, danach sehnen wir uns doch alle. Was können wir also tun um den Arbeitsalltag für uns angenehmer zu gestalten?!? Ein wenig Inspiration dazu.

Jeden Morgen sich 15 Minuten Zeit zu nehmen und eine To-Do Liste für den Tag mit den wichtigsten Aufgaben zu erstellen, hilft ungemein Struktur in den eigenen Arbeitsalltag zu bringen. Denn ich behaupte einmal, dass alles was man „on-top“ noch leistet, im Endeffekt nicht viel mehr an Ergebnis bringt. Das habe ich in den letzten Jahren für mich herausgefunden. Entscheidend ist es jedoch schon die richtigen Prioritäten zu setzen. Ich wusste lange Zeit nicht warum das so ist, bis ich zufällig auf Nachfolgendes gestoßen bin:

Dem Pareto Prinzip zu Folge, kann man in nur 20% der Zeit, 80% des Ergebnisses erzielen. Das jedoch nur, wenn man die richtigen Prioritäten setzt bzw. die „richtigen“ Dinge macht. Dem Prinzip zufolge ist man produktiver, wenn man sich auf die wichtigen 20% konzentriert. Alles Formeln und Statistik, schon klar. Doch wenn man sich einmal das Ganze durchdenkt, dann merkt man, wie unwichtig der Faktor Zeit beim Thema Leistung ist. Daher sollte man auch nicht danach beurteilt werden, auch wenn es die meisten Unternehmen (leider) nach wie vor anders sehen und Anwesenheit mehr als Leistung zählt. Ich bin überzeugt, dass Jemand, der mehr Überstunden macht, nicht gleichzeitig der „bessere Angestellte“ ist!

Die persönliche Work-Life-Balance finden! Diese ist sehr individuell und kann nur von einem selbst bestimmt werden. Wie wichtig ist uns der Job und wie wichtig ist die Freizeit? Wie „viel“ Karriere brauchen wir, was ist vielleicht gar nicht so wichtig? Wie definieren wir Karriere?

Ich habe nach 10 Jahren des „200%-Gasgebens-und-ständig-auf-der-Überholspur-sein“, für mich beschlossen, dass ich das so nicht mehr möchte. Im Endeffekt läuft man und erreicht das Ziel nicht, fühlt sich irgendwann nur mehr ausgelaugt. Seit etwa einem Monat arbeite ich einen Tag weniger in der Woche und ich bin wirklich froh über meine Entscheidung. Für meine jetzige Lebenssituation passt das hervorragend, was später ist, werden wir sehen.

Auch habe ich meine Einstellung zu Karriere und Freizeit grundlegend geändert. Ich möchte leben und meinen Leidenschaften nachgehen. Dafür brauche ich Zeit. Karriere ist für mich nicht mehr nur „ein Titel auf der Visitenkarte“ und ein eigenes Büro samt Dienstwagen, sondern viel mehr als das. Neben Geld zu verdienen um die Rechnungen zu bezahlen, will ich meine „Arbeitszeit“ sinnvoll gestalten, etwas kreieren und andere Menschen damit begeistern. Alles was ich in der Universität gelernt habe in Punkto 5-Jahrespläne und Co., finde ich heute nur mehr unsinnig. Auch bin ich jetzt überzeugt, dass ich arbeiten will um zu leben, und nicht umgekehrt!

Ich will mich nicht mehr festlegen auf irgendwelche Karrierepfade, sondern flexibel bleiben und offen für Neues sein. Genau DAS versuche ich jetzt. Wie man Veränderung leben kann und was dabei hilft, darüber habe ich übrigens vor einiger Zeit geschrieben.

Lernen sich abzugrenzen und auf sich selbst zu konzentrieren! Das ist für mich (auch aktuell) die größte Herausforderung. Vor allem in so einem Konzernleben, ist es oft schwer zu akzeptieren, dass ein Teil der eigenen Leistung eben nicht von einem selbst abhängt. Mit Dienstdandy und Co. ist man dazu verleitet immer und überall erreichbar zu sein. Die Grenze zwischen Privat- und Geschäftsleben verschwimmt immer mehr, dass man glaubt ständig online und erreichbar sein zu müssen.

Daher versuche ich jetzt regelmäßig offline zu gehen! Nur so tankt man richtig Kraft und kann dann auch wieder (die erwartete) Leistung bringen. Die Angst dadurch etwas zu verpassen, ist meiner Meinung nach unbegründet und nur in unserem Kopf. Probiert es aus. Ich bin sicher an dieser Stelle wird es bei so Einigen einen inneren Widerstand geben, denn sie sind zu „wichtig“ um offline zu sein. Das sind genau die Menschen, die das am meisten beherzigen sollten, denkt darüber nach!

Mehr Gehalt fordern! Mehr Gehalt für die eigene Leistung einfordern, wissen was der eigene Marktwert ist und selbstbewusst sein! Nur wenn man angestellt ist, heißt es nicht, dass man sich mit allem zufrieden geben muss. Rezession, Sparmaßnahmen und Budgetstreichungen? Wie lange muss man darauf Rücksicht nehmen und seine Gehaltsvorstellungen zurückstecken? Ich denke mir s***** drauf, ich bin gut in meinem Job? Dann will ich auch entsprechend bezahlt werden! Vielleicht bekomme ich meine Gehaltserhöhung nicht, doch ich frage nach und das regelmäßig.

Vor allem wir Frauen nehmen immer und überall auf alle Rücksicht, von Natur aus schon. Wir Mädels müssen aufwachen! Raus aus der Opferrolle und hinein in einen aktiven Part, der sehr wohl Forderungen stellen kann. Natürlich muss man den Boden nicht unter den Füßen verlieren und die Business Etikette dabei nicht vergessen, doch sich unbedingt trauen! Denn am Ende des Tages wird das niemand anderer für uns übernehmen.

 

Minimalismus im Konsum

Nachdem man das Geld mühevoll verdient hat, will man sich belohnen. Stimmts? Zumindest habe ich dies oft getan und musste letztendlich feststellen, dass der sinnlose Konsum mich kein Stück glücklicher gemacht hat und wenn, dann nicht dauerhaft. Ganz im Gegenteil, ich habe mich nach einiger Zeit sogar schlechter gefühlt. Bis vor ungefähr zwei Jahren, als ich das Experiment „shoppingfreies Jahr“ startete und einige gute Erkenntnisse für mich gewann. Seither hat sich bei mir viel getan und auch viele Einstellungen zu „unbedingt haben wollen“ und „ohne dem werde ich nicht glücklich“, haben sich geändert. Was meine wichtigsten „Aha-momente“ waren und was ich weitergeben möchte, lest ihr hier.

Wenige, hochwertige Produkte verwenden und sie länger am Leben halten! Meine Mutter sagte mir immer: „wer billig kauft, kauft teuer“ und ich finde, dass es absolut stimmt. Die billigen Produkte werden oft schneller kaputt, und man muss sie häufiger ersetzen. Es heißt jedoch nicht, dass die teuersten die besten sind. Auch hier die Balance finden, ist bestimmt gut.

Sachen so lange wie möglich am Leben halten! Reparieren, in Stand halten und pflegen. Das was man tatsächlich nicht mehr benutzt, aussortieren und spenden oder weitergeben.

Konsum zu Etwas sinnvollem machen! Was sinnvoll ist, kann nur jeder für sich entscheiden. Klar! Für mich persönlich ist es sinnvoll Erlebnisse zu konsumieren, vor allem Reiseerlebnisse. Auch wenn Fliegen nicht nachhaltig oder umweltfreundlich ist, Reisen ist das wofür ich gerne auf Anderes verzichte. Es ist das, was mich wirklich glücklich macht, zu jeder Zeit. Vor der Reise, währenddessen natürlich und auch nachher erinnere ich mich so gerne zurück. Es erweitert meinen Horizont und es ist einfach meine Welt.

Minimalismus bedeutet nicht, nichts mehr zu konsumieren. Es geht um das Bewusstsein, wofür man Geld ausgibt.

Sich nicht (hoffnungslos) verschulden! Die Verschuldung ist meist der erste Weg, dass man unglückliche Jobs nicht wechselt, weil man doch die Kreditrate zahlen muss. Schon klar, man möchte die Eigentumswohnung oder das Haus am Stadtrand unbedingt haben, auch das neue Auto muss unbedingt sein oder das neueste Handymodell. Doch ist das alles wert, dafür Tag und Nacht zu schuften? Ich denke nicht! Wenn man seine Zeit nur mehr dafür investiert dafür zu arbeiten und die Dinge zu bewirtschaften, dann ist das doch kein Leben, das behaupte ich jetzt einmal.

Zu guter Letzt noch ein paar Tipps für Frauen und modebewusste Männer in Punkto Minimalismus im Kleiderschrank.

Zu aller erst: Vergiss die ganzen Modetrends! Ein oder zwei „statement pieces“ dürfen es schon sein, doch man muss es nicht übertreiben. Nicht immer ist das was modern ist auch schön bzw. entspricht unserem Stil. Besser ist es den persönlichen Stil zu finden! Alle Trends, die meinem persönlichen Stil entsprechen, finde ich cool, alle anderen brauche ich nicht. Außer dass sie Geld kosten, bringen sie mir nichts. So muss ich auch nicht jedes Jahr meinen Kleiderschrank erneuern. Ausprobieren, querdenken und durchstarten! Kombinieren was das Zeug hält vor allem mit Accessoires und einzelnen Teilen, die man saisonunabhängig anziehen kann.

Ein shoppingfreies Jahr einlegen oder zumindest ein Ausgabebudget festlegen und auf keinen Fall „anlassbezogen“ einkaufen! Das hat bei mir noch nie funktioniert, meist waren dies dann gezwungene Käufe, die im Endeffekt dann nie wieder angezogen wurden. Man findet zu 99% Etwas passendes im Schrank und mit etwas Kreativität und ein paar Handgriffen, kann man den Look auch ändern.

Kreativ sein und den persönlichen Stil finden! Dann ist man unabhängiger von Modetrends, muss nicht ständig was neues kaufen und kann einzelne Stücke ergänzen. Man fühlt sich automatisch wohler, weil es ohnehin besser zu einem selbst passt. Im allerbesten Fall kommt drauf, dass man all’ den Krempel nicht braucht und somit auch nicht mehr so viel arbeiten muss. 😉 

Hier sind noch ein paar Artikel, die Euch interessieren könnten:

Minimalismus in Beziehungen

7 Schritte zu mehr Minimalismus im Alltag 

Buchtipp: Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung von Robert Wringham

In welchem Lebensbereich wollt ihr Etwas ändern? Stimmt Eure Work-Life-Balance und seid Ihr zufrieden mit der jetzigen Situation? Fangt an in kleinen Schritten etwas zu ändern und hinterlasst doch einen Kommentar, was Euch gerade so beschäftigt? 

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