Natürlich schön: Haare waschen ohne Shampoo

Haare waschen ohne Shampoo. Ihr denkt Euch sicher „WTF“, klingt eigentlich nach etwas ganz Seltsamen?! Ja das dachte ich auch, als ich es das erste Mal hörte. Ein Trend, der schon seit einigen Jahren die Runde macht, hatte mich dann letztendlich doch erreicht. Wie funktioniert das Ganze eigentlich, und, funktioniert es denn überhaupt? Heute teile ich mit Euch meine Erfahrungen. Get inspired!  

Zunächst die Ausgangslage … ich habe sehr, sehr feines dunkelblondes Haar. Ich bin generell sehr empfindlich was Shampoos und Bodylotions betrifft, denn ich bekomme leicht Ausschlag, Juckreiz oder Schuppen. In der Regel wasche ich zwei Mal wöchentlich meine Haare, auch wenn diese meist am dritten Tag nicht mehr ganz so frisch aussehen. Gott-sei-dank ist es aktuell super modern einen Dutt zu tragen, daher kann man dieses „Problem“ relativ gut lösen. Die meisten „Nopoo“ Testerinnen, haben meist dünne und feine Haare, so wie ich. Jedoch hat eine gute Freundinn von mir, die langes und festes Haar hat, sehr ähnliche Erfahrungen gemacht, die ich hier ebenfalls erwähnen möchte.

Ihr fragt Euch vielleicht: „Wozu das Ganze“? Eine berechtigte Frage. Herkömmliche Shampoos enthalten verschiedene Chemikalien, welche die Kopfhaut reizen und das natürliche Fett entziehen. Das gilt im Allgemeinen auch für viele Bodylotions & Co. Bei herkömmlichen Shampoos gibt es natürlich unterschiedliche Qualität, je weniger sie schäumen desto besser. Doch alle haben gemeinsam, dass Sie die Kopfhaut in gewisser Weise abhängig machen und wir daher permanent am Haare waschen sind, und es irgendwann zu einem Teufelskreislauf wird. Verwendet man diese chemischen Shampoos also nicht, so die Theorie, dann entwöhnt man die Kopfhaut und stellt mit der Zeit den natürlichen Fetthaushalt wieder her. Die Haare fetten dann nicht mehr so schnell nach und die Kopfhaut beruhigt sich. Als Resultat, bleiben die Haare länger schön, man muss sie nicht mehr so häufig waschen und die Haarpracht sollte mit der Zeit fülliger und kräftiger werden.

Selbstversuch. Ich wasche seit ungefähr 3 Monaten nicht mehr mit herkömmlichen Shampoos und ich habe da schon Einiges durchgemacht. Die Kopfhaut reagiert tatsächlich wie ein Drogenjunie, wenn sie die gewohnte Ration Shampoo plötzlich nicht mehr erhält. So war es auch bei mir. Die ersten Wochen sind wohl die schlimmsten und auch zwischendurch wenn man die verschiedenen Alternativen probiert, bis man die für sich richtigen findet, ist zeitweise unangenehm. Welche Alternativen passen, ist tatsächlich sehr individuell, denn auch bei meiner Freundinn haben andere Dinge funktioniert wie bei mir. Folgende Naturshampoos haben wir ausprobiert:

  • Roggenmehl
  • Backsoda bzw. Natron (ist zwar kein echtes Naturprodukt, jedoch essbar!)
  • Allepo Seife
  • LavaErde
  • Kaffeesud
  • Apfelessig und Zitronen(-säure) als Spülung

Es gibt bestimmt noch viele mehr, im Internet findet man unglaublich viele Infos dazu!

Davon habe ich alle erwähnten ausprobiert, bis auf die Allepo Seife (meine Freundinn ist begeistert davon!). Mein absolutes Favorite ist das Roggenmehl! Es lässt sich ganz schnell anrühren und leicht Auftragen, sofern man die richtige Konsistenz erwischt. Die Masse sollte dabei nicht zu flüssig (dann bleibt es nicht an den Haaren haften) und nicht zu dick sein (dann nimmt es kein Fett mehr auf). Am besten ist eine „Gel-artige“ Konsistenz, wie ein etwas flüssiger Palatschinkenteig. Ich habe zwei Monate gebraucht um die richtige Konsistenz für mich herauszufinden. Beim Waschen wurden die Haare dementsprechend einmal mehr und weniger sauber. Es ist also ein stetiges Herumexperimentieren. Mittlerweile werden die Haare wirklich sauber und ich merke kaum einen Unterschied zum herkömmlichen Shampoo. Man kann auch einen Löffel Honig hineingeben, dann wird die Konsistenz noch geschmeidiger und soll gut für die Haare sein. Sie fühlen sich jedenfalls sehr weich und seidig an. Beim Roggenmehl reichen einige Esslöffel pro Waschgang, je nach Haarlänge.

LavaErde habe ich ausprobiert, jedoch keinen Gefallen daran gefunden. Ich kriege immer die Krise, wenn das Bad nach dem Haare waschen aussieht, als hätte dort ein „Dirt-Sau-Rennen“ stattgefunden, ausserdem bleibt es irgendwie nicht in den Haaren haften. Jedoch einfach probieren, vielleicht macht ihr andere Erfahrungen oder findet einen Trick die Konsistenz zu verändern (dann gerne einen Kommentar hinterlassen!). LavaErde bekommt man in jeder besseren Drogerie, kostet etwa EUR 10 (z.B. 950 Gramm Packung von Luvos, damit kommt man laaange aus).

Kaffesud. Ihr kennt bestimmt die Werbung für Cofeinshamos. Diese kommen nicht von ungefähr, denn Cofein soll eine stimulierende Wirkung auf die Haarwurzel haben. Man kann den Kaffeesud für die natürliche Haarwäsche verwenden, eigentlich es ist ganz einfach und günstig. Dennoch muss ich sagen, dass ich mit dem Kaffeesud nicht klar gekommen bin, da sich dieser aus meinen Haaren nur schwer herauswaschen lies. Für die gelegentliche Anwendung zur Stärkung der Haarwurzel hingegen, werde ich es auch weiterhin hin und wieder versuchen einzubauen.

Backsoda bzw. Natron, so liest man sehr oft im Internet, zieht die Chemie aus den Haaren und übrigens auch die künstliche Haarfarbe! Ich hatte bislang nur Maison und habe damit aufgehört. Als dunkle Blondine lebt es sich übrigens auch ganz gut. Solltet ihr jedoch das Haarefärben weiterhin beibehalten wollen, dann empfiehlt sich Backsoda gar nicht. Generell mag ich Natron nicht so gerne, abgesehen dass es auch künstlich hergestellt wird wenn auch essbar, trocknet es meine Haare auf Dauer aus. In der Anfangszeit, etwas 2-3 Wochen, habe ich jedoch mit Backsoda bzw. Natron gewaschen, bis ich dann auf Roggenmehl umgestiegen bin. Backsoda findet man in jedem Supermarkt, ebenfalls sehr kostengünstig.

Zu guter letzt, die Haarspülung. Um Haarspliss vorzubeugen und die Haare noch geschmeidiger zu machen, gibt es auch alternative Spülmethoden. Ich habe zwei ausprobiert. Apfelessig und Zitronensäure (kristallisiert), Zitronenwasser aus echten Zitronen ist natürlich ebenfalls möglich. Die Zitronensäure ist die billigere Variante und riecht besser, als der schärfere Apfelessig. Jedoch wasche ich seit den letzten Wochen nur noch mit naturtrüben Apfelessig. Etwa 100ml auf einen Liter Wasser reichen, man kann dann einfach selbst dosieren, denn der Apfelessig riecht streng. Mich persönlich stört das nicht – wer mag, kann ein paar Tropfen Duftöl dazugeben. Wichtig ist auch den Apfelessig nach den paar Minuten mit eiskaltem Wasser auszuspülen. Das schließt die Haarwurzeln bzw. soll Spliss vorbeugen.

Umstellungszeit. Bei mir waren es 3 Monate, es kann jedoch auch kürzer dauern oder auch länger. Das Ergebnis bisher: ich kann ehrlicher Weise nicht sagen, dass meine Haare fülliger geworden sind. Dennoch funktioniert das Haarewaschen mit Naturshampoos, das kann ich bestätigen. Ich werde das alles beobachten, wie die Haare nach einem halben Jahr oder Jahr aussehen, vielleicht macht es tatsächlich einen Unterschied und ich bekomme eine fülligere Mähne. Ich wasche nach wie vor etwa zwei Mal die Woche, doch die Kopfhaut juckt weniger und die Haare fühlen sich etwas besser an und ein weniger fester). Ich wasche nach wie vor zwei Mal die Woche, öfters jedenfalls nicht mehr, sogar etwas seltener! Zu guter letzt: ganz wichtig ist eine gute Wildschweinborsten-Bürste für die Pflege. Das reinigt die Haare und Kopfhaut und hilft auch (angeblich) die Kopfhaut besser zu durchbluten.

Habt ihr Lust bekommen es auszuprobieren? Dann nicht warten, einfach starten! Wenn ihr Fragen habt, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht!

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