Warum ich auch als Mutter eigene Wünsche & Ziele habe und es okay ist

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Zwischen Selbstfürsorge und Selbstaufgabe. Weshalb ich trotz Mamaseins noch eigene Wünsche und Ziele habe und im Falle eines Druckverlustes meine Sauerstoffmaske zuerst aufsetze. Ein neuer Beitrag meiner Mamakolumne.

Das Leben auf den Kopf gestellt

Seit dem positiven Schwangerschaftstest, hat sich mein und unser Leben komplett verändert. Und zwar gravierend! Seither dreht sich nun alles um unsere kleine Tochter, unseren süssen Engel. Ein absolutes Wunschkind, nach (leider) zwei Fehlgeburten. Mein Mann und ich waren überglücklich, als unser Familienwunsch letztendlich doch noch in Erfüllung ging.

Seither bin ich in Karenz zu Hause. Nun bereits ein Jahr. Oh mein Gott wie die Zeit verflogen ist! Mein Alltag ist ein komplett anderer geworden. Weg vom Office-Alltag und Meetings in schicken Kostümchen, hin zu Nachmittagen auf dem Spielplatz, vollen Windeln und schlaflosen Nächten.

Ja, ich liebe mein neues Leben als Mama. Doch mit dem schillernden Supermama-Socialmedia-Image (hier ist der Link zu meinem kleinen aber feinen Insta-Profil), hat das wahre Leben als Mutter absolut nichts zu tun. Ein Kind zu haben ist eine große Umstellung im Leben einer Frau. Eine 180 Grad Wende. Das „alte“ Leben war tatsächlich vorbei?!

Ein zielloses Leben als Mutter?

Mein „altes“ Leben bestand aus Zielen. Ich hatte für alles Ziele: einen 3-5-10 Jahres Plan. Ich wollte alles schön strukturiert angehen, meine Karriere vorantreiben, Kinder kriegen, ein Haus bauen, die Welt bereisen (trotz Vollzeitjob) etc.pp. Naja, eben alles was man heutzutage so tut, um ein „erfolgreiches Leben“ zu führen. Zumindest was einem so in den Medien und von der Gesellschaft suggeriert wird.

Einige meiner selbst gesteckten Ziele habe ich tatsächlich erreicht und andere aber auch nicht. Was damals Unzufriedenheit in mir auslöste, sehe ich heute als notwendiges „Scheitern“, das mich letztendlich in meiner Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht hat.

Um jedoch nicht den roten Faden zu verlieren …

Ich war eine Getriebene. Innerlich gehetzt, selten mit dem Ist-Zustand zufrieden und kaum eine Etappe erreicht, bereits das nächste Ziel im Auge habend. Man könnte auch sagen ein Esel, der permanent der Karotte auf dem Stock hinterherrannte. Ein dummer Esel eben.

Das Leben im Hier und Jetzt war für mich mehr so eine Floskel. Ein Satz, den man in Instagram teilt oder auf ein T-Shirt drucken lässt. Lieber mal ständig in der Vergangenheit grübeln und permanent in die Zukunft schauen, das war eher so mein Ding.

Im Nachhinein betrachtet, stand ich einfach permanent unter Strom – was auf Dauer sicherlich nicht gesund war und bestimmt auch nicht glücklich machte.

Leben im Hier und Jetzt

Und dann war SIE plötzlich da. Unser Sonnenschein, unser Wunschkind, unser Ein und Alles. Jeden Tag aufs Neue lerne ich von ihr. Ich beobachte sie beim Spielen, bei jeder neuen großen und kleinen Entwicklung.

Diese Augenblicke sind die wohl kostbarsten in meinem Leben. Nichts, aber auch gar nichts, was ich vorher getan habe, ist annähernd mit dem Gefühl zu vergleichen, als sie das erste mal Mama sagte oder zu laufen begann.

Ja, Kinder zwingen uns im hier und jetzt zu leben. Es zählt nicht, was gestern war. Was morgen ist, wissen wir auch nicht. Jeder Tag ist anders und nicht vorhersehbar. 

Ist es okay auch an sich zu denken?

Mit der Mutterrolle verändern sich auch die Prioritäten. An allererster Stelle steht nunmal das Kind. Ich finde auch, dass das so sein muss – wegen Evolution, Mutterinstinkt und so. Wahrscheinlich wären wir sonst ausgestorben.

Dennoch stelle ich mir oft die Frage, ob es “okay” ist …

…  auch wieder einmal an sich zu denken? Ob man als Mutter und Partnerin, Ehefrau, Tochter, Freundin, Arbeitskollegin und jegliche Rolle, die man sonst noch hat … die Zeit und Energie für eigene Wünsche und Ziele investieren darf? Denn Zeit ist Etwas, das man als Mutter einfach nicht hat.

Ist es daher wirklich okay oder sollte man lieber zurückstecken, bis die Kinderlein groß sind?

Die Luft zum Atmen: Selbstfürsorge als Mutter

Ich verfolge keine 5-Jahres-Pläne mehr. Doch ich habe nach wie vor Wünsche und Ziele. Auch als Mutter und Partnerin. 

Fühle ich mich deswegen schlecht? Zugegeben: manchmal schon. Doch dann denke ich immer an eine wundervolle Metapher, auf die ich während eines Seminars über Selbstfürsorge als Mutter gestoßen bin.

Du kennst doch bestimmt den Sicherheitshinweis im Flugzeug, was man im Falle eines Druckverlustes tun sollte? Ist es nicht seltsam, dass man die Sauerstoffmaske zuerst sich selbst und erst dann seinem Kind aufsetzen soll?

So ist es auch mit eigenen Wünschen und Zielen. Der eigenen Zufriedenheit. Der Luft zum Atmen.

Nur eine glückliche Mama ist eine „gute“ Mama. Tue ich Etwas für mich, tut es auch meinem Kind und meiner Partnerschaft gut. Davon bin ich mittlerweile fest überzeugt. Zumindest meistens.

Wie sieht es mit Deinen Zielen aus? Hast Du noch oder resignierst du schon?

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von Silvias Mamablog Vivabini. Dort findest Du viele interessante Artikel zum Thema “Ziele haben als Mutter”. Dieser Beitrag ist außerdem Teil meiner Mamakolumne. Hier schreibe ich Kurzgeschichten aus meinem Leben als frisch gebackene Mama. Mehr über mich und den Blog erfährst Du hier.

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